Ich möchte an dieser Stelle meine neue Claus Mohri Ukulele vorstellen.

Nachdem ich schon einige Ukulelen "von der Stange" mein Eigen nennen durfte, sollte es diesmal eine Ukulele werden, die von einem Meister seines Faches individuell angefertigt wird.

Durch seinen guten Ruf - unter anderem im Forum des Deutschen Ukulelenclubs - fiel meine Wahl auf Claus Mohri.

Es sollte eine Konzertukulele werden, da mir die Bundabstände eher liegen als bei einer Sopranukulele. Ich komme damit einfach besser zurecht. Eine Konzertukulele ist für meinen Geschmack der beste Kompromiss zwischen dem "ukeligen" Sound einer Sopran und der einfacheren Bespielbarkeit einer noch größeren Tenor.

Nach regem Email-Verkehr mit Herrn Mohri haben wir uns auf folgende Spezifikationen geeinigt:

  • Größe: Konzertukulele
  • Korpus: Ahorn, 30 Jahre abgelegen
  • Hals: Cedro
  • Griffbrett: Ebenholz
  • Stege: Knochen
  • Wirbel: Pegheds
  • Finish: Schellack

Da mir der Klang wichtiger ist als viele Verschnörkelungen und Verzierungen, sollten als optische Beigaben lediglich mein Logo am Kopf und eine Schalloch-Rosette jeweils aus Abalone eingelegt werden.

Des weiteren wurden noch Wünsche wie z.B. Halsdicke und Saitenabstände bekannt gegeben. Alles weitere überlies ich den Erfahrungen des Meisters, wie z.B. der Hals-Korpusübergang am 12. Bund, da bei einem Übergang am 14. Bund (wie bei meinen anderen Konzert-Ukulelen) der Steg unnatürlich weit vorne plaziert werden müsste, was sich negativ auf den Klang auswirkt.

Die Pegheds habe ich deswegen gewählt, weil sie dem Stil der alten Ukulelenwirbel nachempfunden sind. Sie sehen aus wie alte, hölzerne Direkttuner, haben aber ein Planetengetriebe mit einer 4:1 Übersetzung, was das Stimmen im Gegensatz zu den Direkttunern erheblich erleichtert.

Herr Mohri hat mir immer wieder Bilder der einzelnen Bauabschnitte zugesandt, die ich hier - mit freundlicher Erlaubnis des Urhebers - nicht vorenthalten möchte.

Boden und Decke:

 

Hals und Steg:

Der Korpus wird verleimt:

Herr Mohri hat die Beleistung der Decke nochmals abgeändert, da die Vorspannung nicht zufriedenstellend war. Die Beleistung muss an jede Decke individuell angepasst werden, da es laut Claus Mohri hier große Unterschiede gibt. Dies ist für mich mitunter ein Grund, warum man sich eine Ukulele vom Profi bauen lässt. Bei einem Instrument von der Stange werden solche Anpassungen sicher nicht durchgeführt.

Der Korpus wird "gewickelt'"...

Ist fertig verleimt...

und wird mit einer Schellack-Politur versehen.

Als die fertige Ukulele angekommen ist, war ich zunächst über die Größe (positiv!) überrascht. Die Dimensionen des Korpus erinnern eher an eine Sporanukulele als an eine Konzertukulele. Hier ein Größenvergleich:

  • Links: Ko'olau Koa Konzert
  • Mitte: Claus Mohri Konzert
  • Rechts: Martin Style 2 Koa Sopran

Der Korpus der Claus Mohri Konzert ist deutlich kleiner als der der Ko'olau aber doch merkbar größer als der Korpus der Martin Sopran. Die Bespielbarkeit ist natürlich auf Konzertniveau, da die Mensur (Saitenlänge und Bundabstände) der einer Konzert entspricht.

Damit habe ich eigentlich genau das, was ich wollte! Eine Ukulele, die vom Sound und der Größe in Richtung Sopran tendiert, aber die Bespielbarkeit einer Konzert.

Nun zum Wichtigsten, dem Klang:

Einen Klang zu beschreiben ist immer schwierig und subjektiv. Jedenfalls bin ich restlos begeistert. Die Ukulele hat einen vollen, offenen, glitzernden und perlenden Klang. Man hat förmlich das Gefühl, sie will von selbst klingen. Ich kann wirkich behaupten, sie ist neben meiner MyaMoe die am besten klingende Ukulele. Dabei sind die "Konkurrenten" nicht unbedingt Instrumente, die man verachten würde: Ko'olau Koa Konzert, Martin Style 2 Mahagoni Sopran und Martin Style 2 Koa Sopran. Dazu kommt, dass Herr Mohri mir mitteilte, dass die Ukulele noch mindestens ein halbes Jahr brauchen würde, bis sich der volle Klang entfalten wird!

Einen Klangvergleich mit anderen Ukulelen gibt es hier:

Ukulelensoundvergleich